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Das bewusste Universum |
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Seite 1 von 3 „Das bewusste Universum –
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wie Bewusstsein die materielle Welt erschafft“
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von Amit Goswami
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(ISBN:978-3-7831-9032-8)
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- Die Anmerkungen zu diesem Buch habe ich während des Lesens geschrieben. Das heißt, dass die jeweilige Beschreibung meiner Kritikpunkte erfolgte, bevor ich die Folgekapitel kannte. Das kann auch bedeuten, dass ich manche Punkte miss interpretiert habe und diese Kritikpunkte in der Folge gegenstandslos geworden sind. Diesem Erkenntnisgewinn trägt jedoch die Kritik der Folgekapitel jeweils Rechnung.
- Die Anmerkungen sind für Leser geschrieben, die das Buch kennen. Daher habe ich darauf verzichtet zu erklären, was ihn den Kapiteln genau beschrieben steht. Diese Kritik zu lesen ersetzt daher nicht, das Buch selbst in die Hand zu nehmen.
- Derzeit sind die Kapitel 1 - 12 besprochen.
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Erster Teil: Die Vereinigung von Wissenschaft und Spiritualität
Kapitel 1: Die Kluft und ihre Überbrückung
- In der Beschreibung der Problematik des materialistischen Realismus gebe ich ihm vorsichtig recht. Vorsichtig deshalb, weil es zwei Dinge in diesem Kapitel gibt, die mein Misstrauen erregen:
- Erstens deutet er bereits hier an, dass der Quantenkollaps durch unser Bewusstsein ausgelöst wird – und das ist ein Postulat der Quantenmystiker, das meiner Meinung nach in der Form unhaltbar ist. Es würde auf einen sehr starken Anthropozentrismus hinauslaufen (ähnlich der kindlichen Omnipotenzphantasien mancher Positiv Denker, wie sie auch in dem Film "Bleep" beschrieben sind).
- Zweitens zeigt er mit dem Begriff „monistischer Idealismus“, den er für seine Philosophie wählt, dass er sich mit dem deutschen Idealismus nicht wirklich auseinander gesetzt hat, denn Idealismus war und ist immer monistisch. Er dagegen behauptet, dass der Idealismus der Vergangenheit eine dualistische Philosophie war.
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Kapitel 2: Die herkömmliche Physik und ihr philosophisches Vermächtnis
- Prinzipiell ist seine Kritik am Epiphänomenalismus berechtigt. Sein Beispiel mit dem Bewusstsein des Computers, das er kategorisch ablehnt, kann ich jedoch nicht nachvollziehen.
- Für mich ist es absolut unlogisch, wenn es nichts anderes als Bewusstsein gibt – Materie also ein Epiphänomen des Bewusstseins ist – warum ein Androide, der sich verhält als hätte er Bewusstsein (sodass er von außen betrachtet nicht von einem Menschen zu unterscheiden ist), kein Bewusstsein haben sollte. Bei den uns umgebenden Menschen haben wir auch keine anderen Kriterien, nach denen wir beurteilen könnten, ob sie bewusst sind oder nicht. Trotzdem kämen wir nie auf die Idee, ihnen das Bewusstsein abzusprechen. Natürlich wird ein heutiger Computer kein Bewusstsein entwickeln. Aber ein Computer, der menschliches Verhalten so perfekt simulieren kann, dass es äußerlich keinen Unterschied zu entdecken gibt, müsste auf der Basis von Parallelverarbeitung über neuronale Netzwerke funktionieren, deren Komponenten so klein sind, dass über eine ähnliche Nähe zur Quantenwelt verfügen müssten, wie die menschlichen Gehirnzellen (hierarchischer Organisationsaufbau) - oder es müsste sich um einen Quantencomputer handeln. Solch einem "Computer" Bewusstsein abzusprechen wäre gleichbedeutend, mit dem Verleugenen der Innenperspektive eines menschlichen Gegenübers.
- Goswami begründet seine Ablehnung zudem mit sehr viel Glauben: Dem Glauben, dass wir geistig miteinander verbunden sind, dem Glauben an übersinnliche Wahrnehmungen, dem Glauben an Telepathie, dem Glauben an Wunderheilungen usw. Damit stellt er seine Philosophie auf eine sehr brüchige Basis, auf die ihm kein Wissenschaftler folgen wird.
Kapitel 3: Die Quantenphysik und der Abschied vom materialistischen Realismus
- Dieses Kapitel beschreibt sehr gut die Geschichte der Wissenschaft bis zur Quantenmechanik und die Probleme, welche durch die Quantenmechanik auftauchten. Dann kommt das Unterkapitel: Den materialistischen Realismus stutzen. Dabei werden die Grundannahmen der klassischen Physik den strengen Objektivismus, den kausalen Determinismus und die Lokalität als mit der Quantentheorie unvereinbar herausgestrichen. Das sehe ich genauso. In meinem Buch „Evolutionärer Idealismus“ nenne ich diese drei Grundannahmen Realität, Kausalität und Lokalität. Die vierte und fünfte Annahme, den Materialismus und den Epiphänomenalismus untersuche ich dagegen schon einige Kapitel früher und weise sie – unabhängig von der Quantenmechanik – bereits aus philosophischen Gründen zurück. Der Grund, warum ich im Gegensatz zu Goswami diese beiden Annahmen nicht mit Argumenten der Quantenmechanik negiere, ist der, dass die Argumentation von Goswami nicht wirklich hält, was sie verspricht. Bereits beim Argument gegen die Objektivität schreibt er: „(Es) bricht das Quantenwellenpaket durch unsere Beobachtung abrupt zusammen und wird zum örtlich begrenzten Teilchen.“ Das stimmt zwar, ist aber nur die halbe Wahrheit. Eine Messung, eine Beobachtung eines Teilchens durch einen Menschen ist eine komplexe Interaktion. Das führt zur Dekohärenz und damit zum Kollaps der Quantenwahrscheinlichkeit. Aber wenn ein Photon auf eine Fotoplatte trifft, dann ist das auch eine komplexe Interaktion, die ebenfalls durch Dekohärenz zum Zusammenbruch der Wellenfunktion führt. Die Annahme, man könnte die Möglichkeiten der Wellenfunktion so lange im System aufrechterhalten, bis ein Mensch die Fotoplatte betrachtet und damit die Spur des Photons in seinem Bewusstsein auftaucht, wodurch der Kollaps dann endgültig vollzogen wäre, ist hochgradig spekulativ und mathematisch so gut wie unhaltbar. Es erinnert an die Epizyklen, mit denen antike Astronomen die Umlaufbahnen der Planeten ausstatteten, damit das Geozentrische Weltbild aufrechterhalten werden konnte.
- Und genau mit dieser wackligen Argumentation wendet er sich dann gegen den Epiphänomenalismus.
- Die Argumente gegen den Determinismus sind richtig. Allerdings streicht er mir zu wenig heraus, dass die klassische Mechanik aufgrund der von ihm beschriebenen quantenstatistischen Ursachen ihre volle Berechtigung hat, wenn es um makrokosmische Ereignisse geht. Kausalität und Determinismus sind nun mal philosophisch zwei grundverschiedene Dinge.
- Es steht zu befürchten, dass er sich diese Türe noch offen lassen will, um den menschlichen Bewusstsein die Kontrolle über jegliches materielle Geschehen zusprechen zu können. Dann wären wir schlussendlich bei den Omnipotenzphantasien der Positiv Denker. Mal sehen wie es weiter geht.
Kapitel 4: Die Philosophie des monistischen Idealismus
- Die in diesem Kapitel beschriebene Mystik als Grundlage der verschiedenen Religionen kann ich voll und ganz unterschreiben. Die Aufzählung der Zitate verschiedener Mystiker finde ich sehr gelungen. Allerdings sind diese Sichtweisen nicht nur Bestätigungen für die Philosophie des monistischen Idealismus von Goswami. Sie können durchaus auch zur Bestätigung anderer Philosophien herangezogen werden. Er interpretiert sie eben in seine Richtung. Trotzdem, die Welt der Mystiker ist gut beschrieben.
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- Nicht teilen kann ich dagegen seine Ausführungen zur Existenz des Mondes, wenn keiner hinsieht im Unterkapitel Eine idealistische Metaphysik für Quantenobjekte. Keinesfalls bietet die Quantenmechanik einen Hinweis darauf, dass der Mond nur existiert, wenn wir ihn beobachten. Das ist reine philosophische Spekulation und lediglich auf der Basis eines Idealismus ableitbar. Das heißt: Erst wenn ich den Idealismus als Voraussetzung annehme, dann kann ich das aus den Daten zur Quantenmechanik ableiten. Damit macht er aber den gleichen Fehler, den er vorher den Materialisten vorwirft, die eben den Realismus annehmen, um ihn dann aus den Daten der Wissenschaft abzuleiten.
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- Am Ende des Kapitels wird er dann deutlicher: Er möchte den Materialismus, bei dem das Bewusstsein ein Epiphänomen ist, durch einen Idealismus ablösen, bei dem Materie ein Epiphänomen ist.
- Ich kann nicht erkennen, was an dieser Umkehrung ein philosophischer Fortschritt sein soll.
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