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Konstruktivismus - Konstruktivismus ist ein Begriff, der in unterschiedlichen Kontexten eine unterschiedliche Bedeutung hat. So gibt es ihn in der Kunst, der Architektur, der Literatur, in der Mathematik, der Politik, der Soziologie, der Pädagogik und in der Philosophie. Ich werde mich hier nur mit dem philosophischen Begriff des Konstruktivismus beschäftigen.
Aber auch in der Philosophie gibt es noch Unterschiede zwischen den einzelnen Strömungen des Konstruktivismus. Gemeinsam ist ihnen jedoch, dass sie die Position des naiven Realismus, ablehnen, nachdem die Welt so gesehen wird, wie sie ist, oder umgekehrt die Welt so ist, wie sie wahrgenommen wird. Ken Wilber nennt diese Position übrigens den Mythos des Gegebenen.
Das Problem: Konstruktivisten nehmen in der Regel eine nominalistische Position zu Universalienstreit ein, d.h., sie gehen davon aus, dass von uns erkannte Gegenstände nicht unabhängig von ihrer Erkenntnis existieren. Was sich in unserem Bewusstsein zeigt, ist von unserer Erfahrung abhängig, und diese wieder von unserer kulturellen Prägung. Bevor uns etwas bewusst wird, wird es bereits interpretiert und konstruiert. Was wir für real halten, ist daher lediglich Bestandteil unserer individuellen Weltsicht. Radikaler Konstruktivismus erklärt Objektivität für unmöglich. Alles Erkannte ist in erster Stufe durch die Vorgabe der Sinnesorganisation und in zweiter Stufe durch Erfahrung und Sozialisation bestimmt. Jede Erkenntnis ist eine subjektive Konstruktion und es gibt keine Möglichkeit herauszufinden, welche Zuschreibungen den ontischen Objekten tatsächlich zu eigen sind. Wie Kant sagte: Das Ding an sich ist nicht erkennbar. Somit ist auch niemals erkennbar, ob überhaupt, und wenn ja, wie viel ein hypothetischer Gegenstand in der Außenwelt mit unserer Erkenntnis von ihm zu tun hat. Eine wichtige Gegenposition nimmt hier die Evolutionäre Erkenntnistheorie ein, die besagt, dass sich der Erkenntnisapparat – also Sinnesorgane in Zusammenarbeit mit dem Gehirn – zwangsläufig so entwickeln musste, dass die Außenwelt so real wie möglich erkannt wird. Alles andere wäre dem Überleben abträglich gewesen. Wenn wir also einen Gegenstand im Außen erkennen, dann können wir davon ausgehen, dass ihm viele seiner von uns erkannten Eigenschaften tatsächlich zu eigen sind. Die Position des Ev. Id.: Wirklichkeit ist subjektgebunden! Aber das bedeutet nicht subjektiv im Sinne von willkürlich. Jedes Objekt gründet sich in seiner bewussten Wahrnehmung auf eine Unzahl von vorbewussten Aktivitäten. Zwar gibt es das Objekt als materiellen Gegenstand, aber bereits die Abgrenzung von seiner Umgebung ist eine Interpretation. Wenn wir den Fokus auf einen Baum lenken, dann gibt es diesen Baum zwar, aber Niemand kann uns garantieren, dass unsere virtuelle Grenze zwischen Baum und Nicht-Baum – also zwischen der Pflanze und dem Rest der Welt – eine reale Tatsache ist. Die Gruppierung von materiellen Gegenständen, die wir mit unserer Benennung vornehmen, muss keinesfalls eine Gruppierung sein, die auch in der Welt so vorkommt. Mit anderen Worten, indem wir die Wirklichkeit sprachlich zu fassen versuchen, konstruieren wir bereits nominale Zusammenhänge. Noch drastischer ist die Situation bei Benennungen von Universalien! (etwa die Frage: „Was ist ein Baum“ ohne damit einen konkreten Baum zu meinen.) Ev.Id. gibt hier sowohl der Ideenlehre Platons Recht, als auch dem entgegen gesetzten Standpunkt des Nominalismus. Die Verbindung dieser beiden Positionen ist möglich, weil Ev.Id. die Ideen (Universalien) nicht als seit Beginn der Schöpfung unveränderlich existierende Archetypen ansieht. Die Ideen sind Ursache der Gegenstände, aber ihrerseits sind die Ideen durch intersubjektive Evolution entstandene Begriffe. Die Synthese zwischen Universalien-Realismus und Nominalismus ist im Ev.Id. der Konsenskosmos. - Die Position des Ev.Id. sieht somit die zirkuläre Abhängigkeit von materieller Realität und subjektiver Wirklichkeit, wobei diese Abhängigkeit nicht auf einen der 4 Quadranten des Holons reduzierbar ist, sondern immer alle 4 Quadranten einschließt.
Konstruktivismus ist dagegen eine Reduktion der Wirklichkeit aus den Quadranten unten links des Holons. Eine genauere Argumentation bezüglich des Konstruktivismus finden sie im Artikel über Konstruktivismus, der ein Auszug aus dem kommenden Buch "Evolutionärer Idealismus - Gottes Schatten im Zentrum des Regenbogens" ist.
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